CERN in Genf – #ichwarvorsheldoncooperda

Ich geb’s zu! Selbstverständlich bin ich ein riesiger Fan von Sheldon und Leonard – ich bin die Königin der Nerds aus der US-Serie „The Big Bang Theory“. In einer Folge wird Leonard in die Schweiz eingeladen – und Sheldon will unbedingt mit. Seit dieser Folge ist für mich die Idee entstanden, eine der bekanntesten Forschungseinrichtungen Europas zu besuchen – das Organisation européenne pour la recherche nucléaire – kurz CERN.

CERN

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Vorgeplänkel

Zunächst einmal das Positive: Alle öffentlichen Einrichtungen des CERN können kostenlos besichtigt werden. Man sagt, dass das der Verpflichtung geschuldet ist, an der Bildung des gemeinen (nicht physikalisch geschulten) Volkes zu arbeiten. Zwei Ausstellungen – das „Microcosm“ und das „Universe of Particles“ sind immer zu den Öffnungszeiten zu besichtigen. Öffentliche Führungen finden regelmäßig statt, für die MUSS man sich aber vorher obligatorisch registrieren. Und das geht so:

Die Touren werden 15 Tage vor dem gewünschten Zeitraum um Punkt 8:30 Uhr freigeschaltet. Sie finden in Englisch und Französisch statt, Uhrzeiten sind täglich anders. Jetzt heißt es schnell sein, denn die Touren sind innerhalb von wenigen Minuten vollständig ausgebucht. Allerdings wird 3 Tage vor dem Besuch eine weitere Tour angeboten, die für kurzfristige Buchungen gedacht ist.

Der „Globe“ und „Universe of Particles“

Der Globe ist ein 27 m hoher Halbglobus, in dem die Arbeit des CERN präsentiert wird. 2x pro Stunde (immer um .15 auf Englisch und .45 auf Französisch) wird hier in einer 6 minütigen Präsentation gezeigt, was man im CERN so entdeckt. Das Ganze findet in relativ einfachen und allgemeinverständlichen Worten statt, so dass man einen ersten Einblick in Themen wie das „Higgs Boson“, den „Big Bang“ und die Entwicklung des gigantischen Forschungsinstituts. Alleine schon aufgrund dieser tollen Präsentation lohnt sich die Anfahrt.

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Microcosm

Microcosm ist im Untergeschoss des Empfangs untergebracht. Die Ausstellung hier handelt vom legendären Large Hadron Collider (kurz LHC), der seit gut 10 Jahren in der Schweiz arbeitet. Im Wesentlichen geht es um die Funktionsweise, die Detektion und die Datenverarbeitung der gigantischen Menge an Daten, die am LHC täglich generiert werden.

Die Worte sind hier nicht mehr ganz so allgemeinverständlich, aber mit gewissen Grundkenntnissen in Physik steigt man noch halbwegs durch, wenn auch nicht bis ins letzte Detail.

Die Führung

Man sollte sich etwa 20 Minuten vorm angegebenen Zeitpunkt am Empfang des CERN melden. Der liegt direkt an der Endhaltestelle des 18er Tram, der aus der Stadt kommt und gegenüber des berühmten Globe.

Die Tour beginnt mit einem kleinen Film über die Arbeit des CERN. Anschließend geht es in Gruppen von etwa 20 Personen zunächst zum alten Teilchenbeschleuniger, wo eine Multimediashow die Arbeit des alten Geräts und die Entdeckungen, die damit gemacht wurden.

Die zweite Station ist dann der Kontrollraum des Atlas-Experiments. Hier geht es dann um den größten Teilchenbeschleuniger der Welt, der mit einem Durchmesser von 27 km im Durchschnitt 100 Meter unter der Erde liegt. Das komplexe Gerät selbst kann man nicht sehen, dafür erfährt man aber alles Wichtige in einer 3D-Präsentation.

Meiner Meinung nach ist die Führung schon speziell. Vor allem muss man beachten, dass man Leute völlig unterschiedlicher Voraussetzungen in der Gruppe hat – Physiker wie Nicht-Physiker. Ich selbst konnte – trotz Vordiplom in Physik und daher schon etwas besseren Kenntnissen – sicherlich nicht jeder Diskussion folgen. Für Kinder sind die sehr komplexen Erläuterungen auf jeden Fall denkbar ungeeignet. Man geht wohl auch von einer gewissen wissenschaftlichen Vorbildung aus. Man sollte auf jeden Fall vorher zusehen, dass man sich die beiden Ausstellungen vorher genau anschaut, dann bekommt man etwas mehr mit.

Man muss beachten, dass die Führungen von Mitarbeitern gemacht werden, nicht von ausgebildeten Guides.

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Fazit

Sheldons Traum ist wahrgeworden. Das CERN ist ein echtes Nerdtopia. Sicherlich ist nicht alles zu verstehen, was hier erklärt wird, aber man gewinnt einen ersten Eindruck von der beeindruckenden Anlage. Ich werde sicherlich noch viel Physikstoff lesen müssen, bis ich im Ansatz verstanden habe, was hier wie und warum erforscht wird – aber die zahllosen Nobelpreise und die riesigen Maschinen sprechen fast für sich.

Man sollte sich die Möglichkeit nicht entgehen lassen – von mir bekommt sie – auch wenn ich nicht alles verstanden habe – klare 5 Sterne, schließlich war ich vor Sheldon Cooper da…

 

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