Schloss Hof – Was macht das Trampeltier im Marchfeld?

Endlich ist auch das Wetter geeignet, um die neue Ausflugssaison einzuleiten. Rund um Wien gibt es so viele unterschiedliche Orte zu erkunden – Barockschlösser und -stifte genauso wie Tierparks und die wunderschöne Natur. Ein Ort, der Historie und Natur vereint, ist eng verknüpft mit zwei sehr prominenten Figuren der Österreichischen Geschichte, die auch in Wien deutlich ihre Spuren hinterlassen haben – einerseits der legendäre Feldherr im Kampf gegen die Türken Prinz Eugen von Savoyen und andererseits die legendäre Kaiserin Maria Theresia. Dabei handelt es sich um Schloss Hof im Marchfeld unweit der Grenze zur Slowakei.

Schloss Hof

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Eindrucksvoll und weit sichtbar liegt Schloss oben am Hügel über dem Marchfeld und strahlt im Schönbrunner Gelb. 1725 erwarb Prinz Eugen von Savoyen (bekannt als Türkenschreck und Besitzer des Wiener Schlosses Belvedere) ein altes Kastell und ließ es seinen Vorstellungen gemäß erweitern. Eugen hinterließ allerdings keine direkten Erben. So konnte 1755 Kaiserin Maria Theresia den Landsitz von Eugens Nichte erwerben. Um für den Hofstaat genug Platz zu schaffen, ließ sie das Schloss um ein Stockwerk erhöhen.

Man kann heute das erste Stockwerk besichtigen. Hier befinden sich die Prunkräume, die ehemaligen Appartments von Maria Theresia und Joseph II. wurden rekonstruiert und der nicht erhaltenen Ausstattungen Eugens gegenübergestellt. Echte Highlights bilden die barocke Schlosskapelle und der enorm helle Festsaal.

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In diesem Jahr gibt es zudem eine große Sonderausstellung, die sich dem 300. Geburtstag Maria Theresias (* 13. Mai 1717) widmet. Die gliedert sich in vier Standorte – auf Schloss Hof wird sich mit dem Thema „Bündnisse und Feindschaften“ beschäftigt.

Barocker Schlossgarten (momentan zum Teil in Sanierung)

Das ursprüngliche Kastell stand an einem steilen Osthang in Richtung March. Als Prinz Eugen das Gelände erwarb, ließ er einen Barockgarten nach französischem Vorbild errichten. Diese zählt stolze 7 Terrassen mit unterschiedlichen Blumenbeeten und großen Brunnen. Die barocke Figurenausstattung wird seit 2002 immer weiter rekonstruiert. Die Figuren beschäftigen sich mit dem Leben des ehemaligen Schlossbesitzers.

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Auf der unteren Terrasse liefert ein Baumgarten angenehmen Schatten, aber auch Alleen mit kleinen Linden und Bänken laden zum Verweilen ein. Übrigens kann man sich nach Voranmeldung sogar von der Schlossgastronomie einen Picknickkorb zusammenstellen lassen – auch bei Hochbetrieb findet sich hier immer ein ruhiges Plätzchen.

Von der oberen Terrasse aus bietet sich dann ein grandioser Blick über die Ebene der March.

Meierhof

Auf dem Gelände von Schloss Hof gibt es wirklich für die ganze Familie etwas. Denn direkt an das Schloss angeschlossen ist der riesige barocke Meierhof, der größte und am besten erhaltene von ganz Österreich.

Ursprünglich diente der Hof der Versorgung des Prinzen und seines Hofstaats. Auch wurden hier die Reit- und Nutztiere in den Stallungen versorgt.

Heute gliedert sich das Areal in mehrere Bereiche. Im Bäckenhof, der ehemaligen Bäckerei, widmet sich eine Ausstellung dem Leben der Menschen, die den Fürstenhof versorgt haben.

Im großen Meierhof kann man nicht nur in diversen Handwerksstuben traditionell arbeitenden Töpfern, Drechslern und Korbflechtern über die Schulter schauen. In den großen Nutzgärten kann man riechen und naschen.

Direkt beim Restaurant „Zum weißen Pfau“ gibt es einen kleinen Streichelzoo für Kinder. Hier kann man auch die Pferde in den großen Ställen besuchen – bei gutem Wetter sind die Tiere allerdings größtenteils draußen – entweder vor der Kutsche, mit der man eine Rundfahrt über das Gelände machen kann, oder auf der Weide.

Ö:H Esel

Ein echtes Highlight ist natürlich die riesige Sammlung barocker Nutztierrassen. Auf den großen Weiden neben den Barockgärten des Schlosses findet man teils vom Aussterben bedrohte Schafrassen, Ziegen, ein paar Lamas und mit den blauäugigen Österreich-Ungarischen Eseln sogar eine Rasse, die nur noch in extrem wenigen Beständen zu finden ist. Die meisten Fans  haben allerdings die majästätischen Kamele, die hier in einer kleinen Herde ihr zu Hause gefunden haben.

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Auf den Weiden fühlen sich übrigens auch andere bedrohte Tierarten wohl – auch eine große Zieselfamilie treibt hier ihr Unwesen.

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Schloss Niederweiden

Im Vergleich zu Schloss Hof geht es im 4 km entfernten Schloss Niederweiden eher beschaulich zu. Denn auf den ersten Blick hat das Schloss mit der großen Schwester in Hof nur zwei ehemalige Besitzer gemeinsam – denn auch dieses Schloss erwarb Maria Theresia von der Nichte von Prinz Eugen als Jagdschloss im Marchfeld.

Erbaut hat das Schloss im Jahr 1693 kein Geringerer als Bernhard Fischer von Erlach im Auftrag des Heerführers während der Belagerung Wiens von 1683, Ernst Rüdiger Graf von Starhemberg. Von dessen Witwe erwarb Eugen das kleine, barocke Schloss und vereinigte es mit der Herrschaft von Schloss Hof. 30 Jahre später erwarb es dann die Habsburger Familie als Jagdschloss an der March.

Auch Niederweiden beheimatet in diesem Jahr einen Teil der Ausstellung zum 300. Geburtstag von Maria Theresia – hier widmet man sich dem Thema „Modernisierung und Reformen“.

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Eintrittspreise – Anfahrt 

Die Tageskarte für Erwachsene in Schloss Hof (Meierhof ist hier inkludiert) kostet 13 €, Kinder zwischen 6 und 18 Jahren zahlen 8 €, die Familienkarte (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder) kostet 34 €.

Für Sonderveranstaltungen (z.B. Oster- oder Weihnachtsmarkt) gibt es gesonderte Konditionen.

Die Tageskarte für Schloss Niederweiden kostet für Erwachsene 9,50€, für Kinder 6 €.

Das Kombiticket kostet für Erwachsene 16 €, für Kinder 10 €.

Der Besuch beider Schlösser ist einmalig auch in der Niederösterreichcard inkludiert.

Von Wien aus kann man beide Schlösser gut mit dem Auto erreichen. Zudem verkehrt regelmäßig die graue Linie des Hop on – Hop off Busanbieters Vienna Sightseeing ab dem Hiltonhotel in Wien Landstraße. Auf der Linie erreicht man neben den beiden Marchfeldschlössern auch die Römerstadt Carnuntum. Der Preis für die Tageskarte Erwachsene beträgt 15€ und mit dem gültigen Ticket erhält man zudem 10% Rabatt auf den Eintritt.

Besonders angeboten wird ein kostenloser Busshuttle, der regelmäßig vom Bahnhof Marchegg beide Schlösser regelmäßig anfährt und diese auch miteinander verbindet.

Wintersaison 2017:
1.1. bis 12.3. 2017 | SA, SO und Feiertage
Abfahrt Bahnhof Marchegg – Schloss Hof: 10:10 Uhr
Abfahrt Schloss Hof – Bahnhof Marchegg: 15:35 Uhr

Sommersaison: 15. März bis 29. November 2017

Montag bis Freitag
ab Bhf. Marchegg nach Schloss Hof: 10:10 Uhr

ab Schloss Hof nach Schloss Niederweiden: 10:25 & 12:25 Uhr

ab Schloss Niederweiden nach Schloss Hof: 12:35 & 15:25 Uhr

Schloss Hof – Bhf. Marchegg: 15:35 Uhr

Sa, So, Fei (A & SK)

Bhf. Marchegg – Schloss Hof: 10:10 & 11:10 & 12:10 & 13:10 Uhr

Schloss Hof – Schloss Niederweiden: 10:25 & 11:25 & 12:25 & 13:25 & 15:15 & 16:15 Uhr

Schloss Niederweiden – Schloss Hof: 12:35 & 13:35  & 15:25 & 16:25 & 17:25 Uhr

Schloss Hof – Bhf. Marchegg: 12:45 & 15:35 & 16:35 & 17:35 Uhr

Quelle: schlosshof.at (Stand: 2. Mai 2017)

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