Best of Independent Kino in Wien – Filmvergnügen Tarantino Style

Wien ist eine der ältesten Kinometropolen der Welt und das nicht nur, weil die Kaiserstadt als Drehort für Hollywood immer beliebter wird.

So wissen viele gar nicht, dass das älteste dauerhaft bespielte Kino der Welt in Wien Penzing steht. Schon 1885 wurden erste Bewegtfilme im Wurstelprater vorgeführt. Im Jahr 1953 gab es in Wien über 200 Kinosäle. Zahlreiche von diesen Independent Kinos konnten sich bis heute erhalten.

Wien hat für Cineasten auch heute noch so viel mehr zu bieten als die großen Blockbuster-Paläste. Alljährlich lockt die Viennale die Filmfans in die Kinos von Wien.

Hier gibt es sie noch, die unabhängigen Kinos, die zum Teil eine mehr als 110jährige Geschichte haben.

#Gartenbau Kino Parkring 12, 1010 Wien

Mit seinen 736 Sitzplätzen ist das Gartenbaukino der größte Kinosaal in Wien und somit auch das beliebteste Premierenkino der Stadt. So feierte etwa Tom Cruise 2013 die Europapremiere von Oblivion auf persönlichen Wunsch am Parkring.

Das heutige Kino stammt aus dem Jahr 1960 und versprüht auch ein wenig diesen Charme – die Sitze sind jedoch modern und bequem. Die Anfänge hatte das Kino allerdings schon ab 1919 im Gebäude des k. u k. Hof-Gartenbaugesellschaft, in deren Ausstellungsräumen das Kino – ursprünglich übrigens mit über 900 Sitzplätzen – errichtet wurde. Das Gartenbaukino ist eine der zentralen Spielstätten der alljährlichen Viennale.

Im Gartenbaukino sind außerdem noch die alten, analogen Projektoren einsatzfähig, weshalb im vergangenen Jahr bereits einige Filme wieder in der 70 mm Technik projiziert werden konnten (darunter The Hateful Eight von Quentin Tarrantino).

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(c) Gartenbaukino

#Filmcasino Margaretenstraße 68, 1050 Wien

Das Filmcasino würde eigentlich perfekt zu meinem Burgerliebling Teddy’s American Diner passen. Denn schon beim Eingang versprüht es den Charme der 50er Jahre in den USA. Die Geschichte des Kinos an dieser Stelle geht allerdings schon ins Jahr 1911 zurück, als hier das Kinematographentheater, später das Margaretner Bürgerkino stand. Das Filmcasino entstand 1954. In den Siebziger Jahren musste das Kino aufgrund sinkender Besucherzahlen schließen. Nach einer Pause wurde das Kino 1989 neu belebt und im alten Style rekonstruiert. Man sieht die bunte Außenbeleuchtung, der Kassen- und Wartebereich bis hin zur Bar sind holzgetäfelt mit Glaskästen für Filmplakate, der Kassierer sitzt im Büro hinter einer Glasscheibe – das hat Style, ein bisschen ist es, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Das Programm konzentriert sich auf einheimische Filme, aber auch der eine oder andere internationale Film wird gezeigt (oft Original mit Untertitel).

filmcasino

#Burgkino Opernring 19, 1010 Wien

Das ehemalige Kreuzkino am Burgring besteht seit 1912. Es war eines der ersten Kinos in Wien, die schon in der Zwischenkriegszeit die Filme in ihrer Originalversion gezeigt haben.

Das Programm dort ist immernoch zwischen Blockbustern im Original und Arthouse Kino angesiedelt. Es besteht heute aus zwei Sälen, dem großen Saal mit Balkonraum (290 Sitzplätze) und dem Studio (73 Sitzplätze).

Besonderes Highlight: Hier werden nur Originalversionen gespielt. Für Fans des Filmklassikers „Der Dritte Mann“ (im Original Third Man) bringt das Burgkino den Film um Harry Lime (Orson Wells) mehrfach wöchentlich auf die Leinwand.

burgkino

#Breitenseer Lichtspiele Breitenseer Str. 21, 1140 Wien

Die Breitenseer Lichtspiele sind das älteste Kinohaus der Stadt – vermutlich sogar das älteste, dauerhaft bestehende Ladenkino der Welt (Beweise dazu sind in den Kriegswirren verschwunden). Es wurde 1905 als Zeltkino gegründet und ist schon seit 1909 am heutigen Standort in einem Gründerzeit Eckhaus im 14. Bezirk.

Das kleine Kino ist seit 1969 in Besitz von Anna Nitsch Fitz, einer rüstigen alten Dame, die den Laden mit ihrer besonderen Filmauswahl gegen die Konkurrenz verteidigen konnte. Für sie ist das alte Kino eine Art Wohnzimmer geworden.

Im kleinen Kinosaal mit Holzbestuhlung werden häufig Stummfilme aufgeführt – mit Klavierbegleitung. Dazu gibt es ein Kinderfilmprogramm. Im Hauptprogramm werden im Wesentlichen Österreichische und Europäische Filme gezeigt. Kurios: Alle 6 Wochen gibt es einen Strickfilm. Dabei wird die Beleuchtung im Saal gedimmt, damit noch genügend Licht zum Stricken ist.

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Auf der Suche nach den coolsten Kinos der Stadt wurde ich unterstützt von…

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12 Kommentare Gib deinen ab

  1. Gina sagt:

    In Wien war ich vor vielen Jahren. Es hat mir supergut gefallen, auch wenn ich in wenigen Tagen genauso viele Kilos zugenommen habe 😉
    Von diesen Kinos wusste ich allerdings noch nichts. Da werde ich mir beim nächsten Besuch bestimmt das ein oder andere angucken. Lustig fand ich das Strickkino 😀

    Vielen Dank für diese ausgefallenen Tipps!

    Liebe Grüße aus Thailand
    Gina

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    1. Hi Gina – das Strickkino ist großartig. Meinen Socken darf man aber keinem zeigen… LG Anke

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  2. gailtalontour sagt:

    Hey, liebe Anke! Das sind ja echte Insidertipps, die sicher viele ureingesessenen Wiener nicht einmal kennen… und das von einer „Zuagrasten“! Das finde ich wirklich toll! Nachdem ich in Wien ja schon ziemlich viel der bekannten Sehenswürdigkeiten kenne, werde ich mir beim nächsten Mal ein wenig deine Tipps ansehen ☺️ Viele liebe Grüße, Anita

    Gefällt 1 Person

  3. Hey Anita – es ist ja mit mir noch viel schlimmer als „Zuagrast“ – ich bin ja auch noch ein Piefke 😀 … LG Anke

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    1. gailtalontour sagt:

      Ich weiß… aber das habe ich mich gar nicht getraut zu erwähnen 😛

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      1. Man lernt, damit zu leben… Wie sagt mein Österreichischer Kollege immer so gerne – jeder Mensch hat Fehler…

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  4. Susanne sagt:

    Hallihallo Anke,
    eigentlich schade, dass man sich bei einer Stadtbesichtigung/Urlaub selten die Zeit nimmt und ins Kino geht. Theater oder Konzert wird schon eher besucht, aber Kino hat man ja zu Hause auch. Wenn ich dann von den schönen Lichtspielhäusern in Wien lese, stelle ich fest mal wieder eine Lücke in meiner „Erlebnisplanung Urlaub“ zu haben.
    Danke!
    Lieben Gruß aus Berlin, Susanne

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    1. Hallo Susanne – hast du denn ein paar Kinotipps für Berlin für mich? Die Wiener Kinos habe ich so richtig erst mit der Recherche für meinen Beitrag so richtig zu schätzen gelernt… Vor allem die Sache mit dem Stricken ist absolut großartig… Mir grauts schon vor heute Abend, wenn ich für Star Wars #RoughOne wieder in einen großen Palast gehen muss… LG Anke

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      1. Daniela sagt:

        Hallo Anke,

        ich bin zwar nicht Susanne, lebe aber auch in Berlin. Mein absolutes Lieblingskino ist der Zoopalast. Es gibt einen riesigen Kinosaal und mehrere kleine (Clubkino). Meiner Meinung nach haben die dort die besten Sitze und nirgends hat man einen Kopf vor sich sitzen, also immer freie Sicht. Die Sitze lassen sich alle nach hinten klappen, so dass die Füße bequem nach oben kommen. Wenn der Film mal nicht so spannend ist, kann man da auch gut schlafen. 😉

        LG Daniela

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  5. karl-reist.de sagt:

    Krass was es für Kinos gibt. Lustig und originell zugleich. Wie cool die teilweise aussehen. Das Strickkino ist besonders lustig.

    Deinen Beitrag werde ich mir als leidenschaftliche Kinogängerin gleich mal merken und beim nächsten Wien-Trip Deine Tipps abklappern 🙂

    Vg. Nina

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  6. Barbara sagt:

    Mir war gar Wien als Stadt des Kinos gar nicht bewusst, interessant!

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  7. Mario sagt:

    Mmmh,

    das es die Kino schon solange gibt ist interessant. Man sieht nie hinter die Kulisse oder in die Geschichte der Lichtspielhäuser. Hier in Berlin ließe sich bestimmt auch das eine oder andere Kleinod finden, was den 2. Weltkrieg überlebt hat. Aber der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier und so geht man in die Kinos der näheren Umgebung. Wir haben eines der üblichen Mainstreamkino und das Filmtheater am Friedrichshain, welches im Jahre 1925 gebaut wurde in Laufnähe.

    Gruß Mario

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