#flashback: Auf zu den Nachbarn – Roadtrip Slowenien 2015

Slowenien war für uns im Jahr 2015 zum Ziel eines kleinen Roadtrips geworden. Nachdem wir schon von ein paar Leuten gehört hatten, dass die Natur hier einfach gigantisch ist, mieteten wir uns ein Auto – Roadtrip Time.

#Bled

Bled war die erste Station unserer Tour. Die Pension lag nicht weit weg der berühmten Kurstadt mit dem See und der kleinen Marienkirche darauf und der Burg, die weit oben auf einem Felsen tront. Wir entschieden uns für eine kleine Rundwanderung, besuchten die Burg und schauten uns Titos Ferienhäuschen an. Auf die Insel fuhren wir allerdings aus Zeitgründen nicht. Bled ist für mich schon beinahe klischeehaft romantisch – wie aus dem Bilderbuch.

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Zum Abschluss des Tages unternahmen wir noch eine kleine Wanderung – unweit von Bled liegt die kleine, romantische Vintgar Klamm. Auf einem Holzsteg kann man entlang des kleinen, wilden Flusses bis zu einem kleinen Kraftwerk wandern.

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#Vrsic Pass und Soca Tal

Mein Mann wollte unbedingt über den Vrsic Pass fahren. Ich stehe da ja eher weniger drauf, besonders weil die Straße bei Bikern sehr beliebt ist und man sich irgendwie permanent bedrängt fühlt (sorry liebe Biker, aber es ist eben die permanente Feindschaft). Und damit waren wir noch vor Putin. Die Passstraße führt von Kranjska Gora hinüber ins Tal der Soca und ist geprägt von den Geschehnissen des Ersten Weltkrieges. Die Deutschen Truppen ließen den Pass von russischen Zwangsarbeitern gebaut. Mehrere Hundert davon wurden bei einem Erdrutsch getötet. Noch heute findet man in einer der Kehren eine russische Kapelle zu deren Gedenken, an der Putin 2016 einen Kranz niederlegte (die Straßensperren gingen im Sommer ja massiv durch die Medien).

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Ein paar Kehren unterhalb der Passhöhe findet man dann ein romantisches Fleckchen – dort stapeln Leute Steine aufeinander – das soll Glück bringen und Wünsche erfüllen.

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Über die Passstraße hinüber strebten wir nun zur Quelle der Soca, die an einer felsigen Wand liegt. Der Aufstieg ist zwar gut mit Metall-Stangen gesichert, trotzdem ist er nichts für Ängstliche.

Das Tal der Soca bildete während des Ersten Weltkriegs lange, bis zum Zusammenbruch der Donaumonarchie eine Frontlinie. Das Ganze war so heftig umkämpft, dass man zum Teil heute noch Spuren in Form von alten Forts sieht.

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Der Fluss wird ausgiebig von Wassersportlern – besonders Paddlern – genutzt, denen man an vielen Brücken zusehen kann.

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#Partisanenlazarett Franja und die Quecksilbermine von Idrija

Am nächsten Tag verließen wir unser Hotel in Bled – es ging in Richtung Süden – Portoroz an der Küste war unser neues Ziel. Auf dem Weg dorthin wollten wir zwei Stops einlegen. Der Erste ist ein sehr bewegender Ort. Das Partisanenlazarett Franja stammt aus dem Zweiten Weltkrieg. Versteckt in einer Schlucht, fernab, verborgen vor jedlicher Zivilisation wurden hier verletzte Soldaten gepflegt. Der Ort mit seinen kleinen Holzbaracken wirkt fast ein bisschen unwirtlich. Die Verletzten wurden durch die enge Schlucht getragen – das  Gelände war so weit abgelegen, dass man es kaum glauben kann.

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Zweiter Stop waren die Quecksilberminen von Idrija. Hier bekamen wir sogar eine exklusive Führung. Das Metall hatte eine große Wirtschaftliche Bedeutung für die Region – man läuft durch die historischen Stollen und sieht, wie sich die Tröpfchen bilden. Viele der Männer starben sogar an der Vergiftung.

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Kurz vor Sonnenuntergang trafen wir dann in unserer traumhaft schönen Pension hoch über dem Hafen von Portoroz ein – von hier aus kann man bis nach Kroatien auf der einen und über die gesamte Bucht von Piran auf der anderen Seite schauen.

#Piran und die Höhlen von Skocjan

Den letzten Tag in Slowenien wollten wir ausgiebig nutzen – früh brachen wir auf zu den berühmten Karsthöhlen. Es gibt zwei verschiedene, wobei die von Skocjan nicht weniger beeindruckend sind wie die in Postonja, dafür aber wesentlich weniger von Touristen überlaufen.

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Wir mussten ein bisschen warten, bis wir mit etwa 50 Leuten loszogen. Die Führung wurde in Slowenisch, Deutsch, Italienisch und Englisch gehalten, was allerdings nicht weiter problematisch ist. Erst geht es durch den trockenen Teil der Höhle. Der Weg ist vollständig gesichert und auch für eher Faule gut zu laufen. Die sollten allerdings am Ende das Ticket mit dem Lift wählen – wir nahmen den Fussweg. Schier den Atem raubt einem der Teil der Höhle, der noch immer von Wasser durchflossen wird. Es ist größer, als ich es mit Worten beschreiben kann – ganz weit unten hört man den Bach rauschen, der angeblich bei Hochwasser auch die trockenen Höhlen füllen soll – welche Kraft dieses Wasser entwickeln kann.

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Am Nachmittag ließen wir dann das Auto stehen und gingen entlang der Bucht in das verschlafene Piratennest Piran. Die Bucht hat übrigens keine echten Sandstrände, Sand wurde nur aufgeschüttet. Hier sieht man zahlreiche Grand Hotels, die Gegend war ein beliebter Kurort um die Jahrhundertwende.

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Hübsch ist sie aber trotzdem. Piran selbst besteht heute größtenteils aus Hotels und einem Hafen – um in die Innenstadt zu kommen, muss man ein bisschen laufen. Am Hafen ist dann allerdings ein Parkplatz, von dem aus man mit einem Shuttlebus zum Tartini-Platz, dem Hauptplatz, benannt nach dem berühmtesten Sohn der Stadt, einem Dichter.

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Durch die engen Gassen kann man hinauf zur Kirche steigen – wir kamen genau zum Sonnenuntergang dort an. Von hier sieht man den alten Leuchtturm. Bestens kann man in Piran natürlich Fisch essen. Viele kleine Restaurants an der Hafenpromenade laden dazu ein.

Von dort ging es dann wieder zurück nach Wien. Slowenien ist einfach ein tolles Land, es gibt dort noch wahnsinnig viel zu entdecken – wir werden sicher wiederkommen – Ljubljana etwa haben wir an diesem verlängerten Wochenende leider noch links liegen lassen müssen.

Die Höhlen sind wahnsinnig beeindruckend, Orte wie Bled und Piran sind gegensätzlich, aber wahnsinnig romantisch und der Besuch in Franja hat mich nachhaltig berührt… Slowenien ist erstaunlich vielseitig – ein wahnsinnig toller Trip, den ich nur empfehlen kann.

Reiseführertipp:

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17 Kommentare Gib deinen ab

  1. gailtalontour sagt:

    Wunderschöne Eindrücke, liebe Anke! Ich wohne ja nur 1 Std. Von Slowenien entfernt und habe viele dieser Orte auch schon besucht. Bled ist wirklich wunderschön und Piran einfach ein echtes Hightlight. Dieser Ort ist so zauberhaft 🙂 Am Vrsic Pass war ich schon öfters zum Bergsteigten. Dort gibt es wirklich tolle Touren mit grandiosen Aussichten. Ljubljana ist total nett, mit vielen schönen Plätzen und total netten Restaurants entlang des Flusses. Da ist es auch in der Adventszeit ganz schön. GLG, Anita

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    1. Ja, das mit den Touren am pass hab ich gehört – ich bin aber nicht so der Bergsteiger (höhenangst)

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  2. Oh toll! Vielen Dank für diesen schönen Bericht über Slowenien. Ich überlege schon länger mal dorthin zu reisen. Vermutlich wird das nicht 2017 klappen, aber für das Jahr darauf werde ich es mal näher ins Auge fassen. Auf jeden Fall bin ich nun noch mehr Motiviert für einen Roadtrip durch das Land 🙂

    Liebe Grüße,
    Lynn

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    1. Das mit den eigentlich viel zu vielen Reiseplänen kenne ich auch ganz gut 😉

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  3. Simone sagt:

    Hallo Anke, Slowenien hatte ich bisher noch gar nicht auf dem Schirm, aber dein Bericht macht Lust auf einen Besuch. Kommt auf die Tavel Bucket List für 2017 🙂 Viele Grüße Simone

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    1. Oh ja, die ist bei mir auch schon sehr lang 😀

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  4. Mario sagt:

    Hallo Anke,

    sehr schöne Impressionen hattet Ihr auf eurem Roadtrip durch Slowenien. Etwas mehr Outdooraktivtäten, Wassersport und Geschichte, dann ist für ein Slowenienbesuch ein Muss. Vom Socatal schwärmen ja auch immer so viele.

    Meinst du im unteren Satz mit „Kroation“ eigentlich das Land Kroatien oder einen Ort?

    „von hier aus kann man bis nach Kroation auf der einen und über die gesamte Bucht von Piran auf der anderen Seite schauen.“

    Gruß Mario

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    1. Für Outdooraktivitäten hatten wir zu wenig Zeit – aber Grund dafür, noch einmal wieder zu kommen! Mit Wassersport habe ich es ehrlicherweise nicht so sehr – aber ein bisschen Trekking, da wäre ich schon dabei!

      Nein, ich meinte Kroatien – danke fürs Hinweisen, hab den Tippfehler behoben!

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  5. Luisa sagt:

    Hi Anke,
    Slowenien stand mal lange Zeit auf meiner Reiseliste. Allerdings ist es dann ein wenig in Vergessenheit geraten. Danke fürs erinnern 😉
    Liebe Grüße
    Luisa

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  6. Goetz A. Primke sagt:

    Ein cooler Artikel, schöne Fotos, tolle Reise. Jetzt hab ich richtig Lust, da auch langzufahren. Auf Slowenien hab ich eh schon lange Lust.

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  7. Kathi sagt:

    Liebe Anke,
    wow, ich muss zugeben, dass ich Slowenien bisher noch gar nicht auf meiner Reiseliste hatte. Das ändert sich mit deinem Artikel doch schlegartig. Deine Bilder sind wirklich grossartig und man bekommt richtig Lust, einmal hinzufahren.
    Darf ich fragen, zu welcher Jahreszeit ihr 2015 dort wart?

    Viele liebe Grüsse
    Kathi

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  8. Marion sagt:

    Hallo Anke,
    von Slowenien höre ich in letzter Zeit viel Gutes. Gerade Bled muss wunderschön sein und generell die Natur in Slowenien. Und so als Roadtrip könnte ich mir das auch gut vorstellen. Das sollte ich wohl mal ins Auge fassen… 😉
    Liebe Grüße,
    Marion

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  9. karl-reist.de sagt:

    Da gibt es ja wirklich viel zu sehen in Slowenien. Wie ist denn da so das Preisgefüge? Ist es eher kostengünstiges Reisen oder eher annährend an deutsches Niveau?

    Vg, NIna

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    1. Kommt drauf an- in bled ist es annähernd deutsch – im Süden eher günstiger

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  10. Elena sagt:

    Durch meine häufigen Reisen nach Italien, ist auch immer wieder ein kleiner Abstecher nach Slowenien dabei, wenn mich mein Weg nach Gorizia, Trieste oder die Weinberge dazwischen führt. Ich lese gerade ein Buch, das sich mit dieser Grenzregion befasst, bzw. der unterschiedlichen Zugehörigkeit Slowenien, Italien und Österreich. Sehr spannend und daher will ich kommendes Jahr genau an diese Orte reisen, die durch die Politik wie Schachfiguren herum geschoben wurden. Dein Artikel hat mich in meinem Vorhaben wieder bestärkt! LG Elena

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  11. Peggy sagt:

    Hallo Anke,

    die Bilder sehen wirklich toll aus. Slowenien hatte ich bisher nicht als Reiseziel auf dem Schirm. Aber mein Mann schlug es letztens vor. Dein Artikel hat mir gut gefallen und er macht Lust darauf das Land zu besuchen.

    Liebe Grüße
    Peggy

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