Wandern in der Hauptstadt

Wandern in der Hauptstadt

Einen Artikel über Wandern zu schreiben, das ist um die Jahreszeit gar nicht so einfach. Den meisten fällt es wohl eher schwer, an die Wanderschuhe zu denken, während die Tage immer kürzer und kälter werden. Für weite Anfahrten fehlt dann häufig die Zeit.

Wien allerdings bietet ein überraschend ausgeprägtes Netz an Rundwanderwegen, die alle von der MA49 (Forst- und Landwirtschaft) gepflegt und ausgebaut werden. Alle sind prima mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und bieten sich mit ihren 7,2 bis 15 Kilometern geradezu an für einen ausgiebigen Herbstspaziergang. Und ganz nebenbei kann man sich mit den gesammelten Stempeln auch die Wiener Wandernadel erlaufen. Alle Wege sind nahezu perfekt mit großen Holztafeln beschriftet, Verlaufen ist nahezu unmöglich.

Die Stadtwanderwege zeigen zudem die vielen Facetten der Stadt. Heute darf ich euch meine 4 Highlights vorstellen.

kahlenbergStadtwanderweg 1: Kahlenberg Start und Ende Endhaltestelle der Straßenbahnlinie D in Nussdorf, 11 km

Im Gegensatz zum Stadtwanderweg 1A, auf dem man über den Nasenweg den Leopoldsberg erklimmt, ist der 1er die wesentlich gemütlichere, aber nicht minder schöne Variante, die Wiener Hausberge zu erklimmen.

Man folgt dabei zunächst der ehemaligen Trasse der Zahnradbahn, die einst auf den Kahlenberg führte und wandelt dabei auf dem Beethovengang auf den Spuren des großen Meisters, der hier in seiner Zeit in Wien oft spazieren ging. Über die Sulzwiese und entlang der Höhenstraße gelangt man schließlich zum Sender am Kahlenberg und dann über die Eiserne Hand und die Kahlenbergerstraße geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Besonders nett ist hier der schöne Mix aus Großstadtpanorama und Weinbergen, und natürlich der Wein, den man in den vielen Einkehrmöglichkeiten kosten darf.

dreimarkstein-hameauStadtwanderweg 3: Hameau Start und Ende Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 43 Neuwaldegg, 10,5 km

Eine ganz andere Facette der Stadt zeigt sich in der Hameau. Der Weg führt hier schnell aus bewohntem Gebiet hinaus in den schönen, bewaldeten Schwarzenbergpark. Hier führt eine Allee schnurgerade hindurch. Der Anstieg beginnt, etwas stärker zu werden und ganz oben landet man dann in der Hameau, dem ehemaligen Holländerdörfl, von dem nur noch ein Häuschen übriggeblieben ist.

Von dort geht es weiter zum Dreimarkstein. Hier fühlt man sich ein bisschen, als läge einem Wien zu Füßen. Und von dort geht es zurück Richtung Schwarzenbergpark.

Der Weg ist besonders im Sommer empfehlenswert, weil weite Teile durch den Wald führen und es daher entsprechend schattig ist.

bisamberg-1Stadtwanderweg 5: Bisamberg Start und Ende Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 31 Stammersdorf, 10,3 km

Wien kann man hier von einer ganz anderen Seite kennenlernen – zumindest wenn man die Donauufer anschaut. Fast schon ländlich ist der kleine Weindistrikt in Stammersdorf. Und so führt auch die Wanderung zuerst durch die Kellergasse und die Weinberge hinauf zum Bisamberg. Oben angekommen, wird man mit einem Großstadtpanorama für die Anstrengung entlohnt. Aber hier kann man nicht nur Wein trinken, sondern auch Orchideen bewundern und mit viel Geduld auch ein paar Ziesel ausspähen.

Besonders ist dieser Weg natürlich zur Weinsaison zu empfehlen. Aber auch im Herbst, wenn sich das Weinlaub verfärbt, ist hier ein prächtiges Farbspektakel, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

prater2Stadtwanderweg 9: Prater Start und Ende am Nahverkehrsknotenpunkt Praterstern, 13 km

Wenn ein Weg den Namen „Stadtwanderweg“ verdient hat, dann der im Prater. Denn in kaum einer Großstadt kann man mitten in der City im Grünen Wandern gehen. Der Weg führt vom Praterstern weg zunächst über die Hauptallee in den grünen Prater hinein und vorbei in den Auwald im östlichen Teil des ehemaligen kaiserlichen Jagdgebietes. Wendepunkt ist dann das Lusthaus. Von dort aus ist noch ein kleiner Abstecher rüber zur Wallfahrerkirche Maria Grün empfehlenswert – manche Bäume werden hier von Votivtafeln beinahe vollständig bedeckt. Auf dem Rückweg dann geht es vorbei am neuen und futuristischen Campus der Wirtschaftsuniversität zurück zum Ausgangspunkt.

Am Schluss kann man diese Wanderung gemütlich im Schweizerhaus bei einer Stelze oder bei einer Fahrt mit dem Riesenrad ausklingen lassen oder sich bei einem Besuch der Geisterbahn einen Adrenalinkick holen.

Informationen und Wegbeschreibungen findet ihr hier:

https://www.wien.gv.at/umwelt/wald/freizeit/wandern/wege/index.html

Buchtipp:

WIEN WANDERT: Die offiziellen Wanderwege der Stadt. Erschienen im Verlag Rittberger & Knapp (2015; ISBN: 3902999020)

 

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Buchtipps:

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Gudrun sagt:

    Ich mag Wien, weil es so grün ist. Und man ist wirklich schnell draußen und plötzlich ist die Weltstadt ganz klein…

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    1. Ich wohne direkt neben dem Prater – in 10 Minuten in ich am Stephansdom, in 5 Minuten steh ich mitten im Auwald – besser geht es quasi gar nicht…

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