Abenteuer Victoria Falls

Hallo Leute!

Wenn man schon nur 80 km entfernt ist, lässt man sich selbstverständlich den kleinen Trip zu den Victoriafällen nicht entgehen. Da das mit dem eigenen Auto kompliziert und teuer ist, entschieden wir uns dazu, einen Transfer von Kasane aus zu buchen und unser Auto in Botswana stehen zu lassen.

Morgens um kurz vor 10 Uhr kam der Transferbus, der uns von Kasane aus zur Simbabwischen Grenze bringen sollte. Dort stellt man sich dann zuerst auf der Botswansischen Grenze für den Stempel an.

Weiter an der Simbabwischen Grenze sind Dollars gefragt – US-Dollars. Seit 2009 hat Simbabwe keine eigene Währung mehr, man zahlt mit der US-Währung. Und die sollte man jetzt dabei haben. Wir hatten schon in Österreich ausreichend für das Visum getauscht, alternativ kann man auch in Kasane in die Bureau de Change gehen. Das Visum kostet 30 US$ für die einmalige Einreise und ist am Grenzposten erhältlich. Zuerst muss man das obligatorische Einreiseformular ausfüllen. Sollte man beispielsweise einen Trip auf die Sambische Seite der Fälle planen, sollte man gleich ein Visum zur mehrmaligen Einreise kaufen, das kostet 45 US$. An der Grenze ist es ein wenig chaotisch und man sollte unbedingt darauf achten, dass man auch sein Wechselgeld bekommt.

Nun geht man tatsächlich mit dem Bus über die Grenze und steigt auf Simbabwischer Seite in einen neuen Bus. Von hier fährt man noch etwa 1 Stunde durch den Busch, rechts und links schaut gelegentlich mal ein Elefant oder eine Giraffe vorbei.

Wir kamen im Amadeus Guest House etwas außerhalb des Stadtkerns des kleinen Ortes Victoria Falls unter. Das Haus unter deutscher Leitung ist sehr sauber und gemütlich, ein Taxi in die Stadt kostet etwa 6-10 US$.

Unser erster Weg führte uns zur Geierfütterung. Bei der Victoria Falls Safari Lodge wird nämlich jeden Tag um 13 Uhr ein ganz besonderes Schauspiel. Etwa 30 Minuten vor Beginn kommen große Raubvögel zum Wasserloch und warten auf den Ranger. Das Luxushotel ist zuerst etwas abschreckend, aber man darf wirklich auch als Fremder mitgehen. Man stellt sich einfach auf die Aussichtsterrasse und wird automatisch angesprochen. Gemeinsam geht man dann hinunter zu einer kleiner, überdachten Tribüne. Der Ranger legt dann frisches Fleisch aus und schon kommen etwa 100 unterschiedliche Geier, die sich um das Futter streiten. 10 Minuten dauert das Ganze und schon sind die Tiere wieder in der Luft. Eintritt ist übrigens frei!

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Am Nachmittag ging es dann zuerst zum Souvenirmarkt. Das ist nichts für schwache Nerven, zumal wir zu dem Zeitpunkt die einzigen Besucher waren und mehr als 50 Händler sich fast um unsere Gunst prügelten. Alle möglichen Tiere werden in allen Größen und meist aus Eben- und Teakholz werden angeboten. Angeblich sollen in Simbabwe ganze Wälder für diese Märkte gerodet worden sein. Die Tiere sind ganz unterschiedlich gearbeitet, ein langes Suchen ist nicht verkehrt und Preis ist immer Verhandlungssache.

Danach machten wir uns dann auf die Suche nach einem Safarianbieter, der uns am folgenden Tag mit auf den Sambesi nimmt. Eine Sundowner-Tour sollte es sein. Victoria Falls ist ein wahres El Dorado für Action Fans. Man bietet hier alles an, was geht – Rafting unterhalb der Fälle, Bungee von der Brücke nach Sambia, den ganzen Tag liegt das Geräusch der zahllosen Helikopter in der Luft, die ihre Passagiere in 15 Minuten einmal über die Fälle bringen. Jedes Hotel bietet die Organisation an. Es lohnt sich aber, sich im Städtchen umzuschauen, die Safarishops bieten nämlich auch Rabatte an – wir zahlten 50 statt 60 US$ für die 3 Stunden Schiffstrip mit Snacks und Getränken.

Am Abend besuchten wir dann das „Mama Africa“ in der Nähe des alten Bahnhofs. Das traditionelle Restaurant hat eine tolle Atmosphäre, am Abend gab es sogar Live Musik – vorher reservieren lohnt, das Restaurant war voll. Wir hatten einen leckeren Eintopf.

Am nächsten Morgen starteten wir dann endlich zu den Fällen. Der Eingang liegt am Rande des kleinen Dorfs. Schon 200m vorm Eingang spürt man, dass die Feuchtigkeit in der Luft steigt. 30 US$ kostet der Eintritt. Zwar stand im Reiseführer, dass man auch mit Kreditkarte zahlen kann. Wie so oft ging aber das Gerät nicht, konnte nicht verbinden oder sonst etwas. Wenn man sich den Weg zum nächsten Bankautomaten sparen will, sollte man Cash dabei haben.

Schnell nimmt das Rauschen zu, wenn man sich auf den rund 3 km Rundweg begibt. Zuerst kommt man an einer Statue von David Livingstone vorbei, dem Entdecker der Fälle, der 1855 als erster Europäer an den Fällen eintraf und sie beschrieb. Von hier aus kann man schon den ersten Blick auf die Fälle werfen. Zuerst blick man auf den niedrigsten der Fälle, den Devils Cataract. Hier kann man auch einige Stufen nach unten steigen über einen gut gesicherten Weg.

Wichtig für den Besuch der Victoria Falls ist es, dass man gutes Schuhwerk und einen Regenschutz mitnimmt. Auch bei 30°C im Schatten ist das Gelände so nass, dass direkt bei den Fällen sogar ein immergrüner Regenwald entsteht. Man trocknet zwar schnell wieder, aber vor allem Kameras wollen ordentlich geschützt werden.

Man kann innerhalb des Parks entlang der Fallkante laufen und sieht immer wieder neue Blicke auf die rund 1700 m breiten und bis zu 108 m hohen Victoriafälle. Innerhalb des Parks kommt man bis zum Geländeeinschnitt, in dem der Sambesi auf relativ schmalem Weg weiterfließt. Die berühmte Eisenbahnbrücke kann man von hier nur einsehen, den vielen Bungeespringern kann man von hier aber von einem kleinen Picknick Platz zuschauen.

Der Weg ist übrigens relativ gut gesichert. Unfälle gibt es hier nur wenige. Manchmal kann man Leute beobachten, die entlang der Fallkante von Livingstone Island durch das Wasser zum sogenannten Devils Pool steigen, um DIREKT an der Fallkante der Hauptfälle zu schwimmen – ich fand das ganz schön gruselig.

Der Sambische Teil der Fälle besteht in der Trockenzeit nur aus ein paar Rinnsalen, daher entschieden wir uns dagegen, noch über die Brücke weiterzulaufen. Es gibt ein Tagesvisum für 20 US$, dafür sollte man meiner Meinung nach aber die Zeit nehmen und auch nach Livingstone fahren.

Am Abend ging es dann zum Sundowner – einem kleinen Trip auf dem Sambesi. Leider ist das ähnlich kommerziell wie der ganze Ort – ein bisschen fühlt man sich, als wäre man in Las Vegas angekommen. Schrille Japaner mit Hexenhut und merkwürdige Amerikanerinnen, die hysterisch schreien, wenn nur ein Tier in die Nähe kommt gehören genauso dazu wie Amerikanische Kinder, die über das Snackbuffett herfallen. Okay, man wird im Hotel abgeholt und wieder hingebracht. Man sieht ein paar Tiere – ein Highlight war es für mich aber nicht.

Am nächsten Morgen wurden wir dann wieder abgeholt und wieder zurück nach Botswana gebracht.

Natürlich ist ein Besuch der Victoriafälle ein „Einmal-im-Leben“-Erlebnis, es gehört für mich auch zu den absoluten Höhepunkten unserer Reise. Leider ist Victoria Falls aber ein Ort, der wirklich zu 100% auf Tourismus ausgelegt ist. Ein Souvenirshop reiht sich am nächsten und die Preise sind absolut Europäisch, wenn nicht sogar noch teurer. Den ganzen Tag fühlt man sich unwohl, weil im 20 Minuten Takt mehrere Helikopter über den Köpfen kreisen und die Straßenverkäufer (es gibt sie trotz Touristenpolizei) sind beleidigt und beschimpfen einen, wenn man die Schüsseln nicht kauft, die einem hinterhergetragen werden. Löwenbabys werden abgerichtet, damit sie mit den Touristen Spazierengehen (die viel Geld dafür zahlen) und landen dann in irgendeinem Zirkus, weil sie nicht mehr ausgewildert werden können – man versucht eben, finanziell alles aus diesen Fällen herauszuziehen, was geht. Das ist natürlich auf der einen Seite verständlich, wir haben uns dort leider unwohl gefühlt, weil das für uns alles irgendwie viel zu viel war.

In diesem Sinne

Eure Anke


Infos

Den Transfer von Botswana nach Simbabwe organisierte Bushtracks Safaris in Kasane.

Übernachtet haben wir im Amadeus Guest House in Victoria Falls. Die Übernachtung im Doppelzimmer mit Frühstück gibt es ab 148€.

Die Geierfütterung in der Victoria Falls Safaris Lodge täglich um 13 Uhr. Der Eintritt ist auch für Auswärtige frei.

Ein echter Restauranttip für den Abend ist das Mama Africa im Stadtzentrum nahe des Bahnhofs.

Der Eintritt zu den Fällen kostet 30 US$. Theoretisch kann man mit Kreditkarte zahlen, das funktioniert aber nicht immer – Cash mitnehmen ist daher gar nicht so doof.

Eine Sundowner Tour mit dem Schiff gibt es Abends ab ca. 16:30 Uhr. Die Tour dauert etwa 2-3 Stunden. Mit Snacks und Getränken kostet das um die 50 US$ (wobei die 10 US$ Eintritt für den Nationalpark inbegriffen sind). Es lohnt sich, den Trip direkt beim Anbieter zu buchen, die geben Rabatte, die Hotels nicht.

 

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Mmh, also erst hab ich gedacht „wow das klingt wirklich toll“ aber am Ende deines Artikels war ich mir dann nicht mehr ganz so sicher. Wobei es halt auch einfach klar ist, dass man so eine Sehenswürdigkeit nicht für sich alleine hat und jeder daraus Gewinn machen möchte. Ich würde wohl trotzdem genau wie du das ganze Besuchen.

    Viele Grüße
    Victoria

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    1. Ja, ich war da auch sehr zwiegespalten… Die Natur ist toll, aber es ist eben irgendwie vom bitterarmen Land komplett abgeschlossen – eine eigene Welt, wie ein Freizeitpark für reiche Amis mitten in einem Slum

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  2. Michaela sagt:

    Vor ca einem Jahr war ich auch bei den Victoria Falls und es war ein absolut geniales Erlebnis! Ich sah die Wasserfälle von der Sambia Seite. Danke für deinen tollen Bericht, der viele schöne Erinnerungen bei mir wach rufte!
    Lg aus Ecuador

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  3. Hey Anke,
    danke dir für diesen authentischen Bericht. Es ist immer wieder ein Teufelskreis, wenn man einen solchen Hot Spot besucht. Man will sich das anschauen und genießen, ist ja selber Touri und besucht den Ort. Dann ist man aber wiederum abgeschreckt von den Massen an anderen Touristen und von der Tatsache, dass solche Orte vollkommen touristisch ausgeschlachtet werden. Echt schwierig.
    Besonders traurig macht es mich, wenn die Natur drunter leiden muss. Wie in deiner Geschichte dir Löwenbabies. Aber da gebe ich mehr den Touris, die dieses Angebot annehmen, als den Anbietern selbst die Schuld.

    Liebe Grüße
    Nicole

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  4. Franzi sagt:

    Ich will die Fälle unbedingt auch nochmal selbst sehen, aber dank deines Berichtes weiß ich jetzt auch besser worauf ich mich dann einlasse.
    Vor allem das mit den Löwenbabys finde ich unfassbar grausam 😦

    Lieben Gruß

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