Namibia #aufPad – Ein paar Tipps für Selbstfahrer

Hallo Leute!

Namibia kann man nur richtig erleben, wenn man sich selbst auf Pad begibt, mit Mietauto (mit oder ohne Dachzelt). Hier ein paar wichtige Tipps für euch:

Die richtige Reisezeit

Um das Land ohne größere Pannen zu erleben, ist die Trockenzeit ideal (Juli, August, September). In der Regenzeit verwandeln sich viele Pisten in Schlammflüsse, dort zu fahren ist sicher nicht angenehm und Pannen sind vorprogrammiert. Dafür ist die Landschaft allerdings in der Trockenzeit etwas karger.

Führerschein

Um ein Auto in Namibia anmieten zu können, benötigt man einen internationalen Führerschein. In Österreich bekommt man den ohne größere Wartezeiten bei den Geschäftsstellen des ÖAMTC. Bei den Führerscheinstellen ist die Wartezeit meist wesentlich länger. Man muss dazu den europäischen Führerschein und ein Passfoto vorlegen und kann ihn gegen eine Gebühr sofort mitnehmen.

Straßenkarte

Eine gute Straßenkarte ist alles. Nach Möglichkeit sollte diese die Beschaffenheit der Straße anzeigen, denn man kann kaum von der Straßenkategorie her schließen, ob die Straße geteert ist oder nicht. Das sollte man bei der Berechnung seiner Reisezeit unbedingt bedenken – auf den Rüttelpads kann man zum Teil nicht mehr als 50-60 km/h fahren. Man sollte außerdem darauf achten, dass Tankstellen eingezeichnet sind, denn die sind manchmal etwas rar gesät.

Insgesamt sind die Straßen allerdings sehr gut beschildert – mit Straßen-Nummern und Destinationen. Ein Navigationssystem benötigt man kaum. Wir sind ausschließlich nach einer analogen Straßenkarte gefahren und haben nur ein einziges Mal die richtige Abfahrt verpasst und sind 2 km zu viel gefahren.

Apropos Tanken

Ans Tanken sollte man geschickterweise denken, sobald die Tankuhr die Hälfte anzeigt. Gerade im Norden ist das Tankstellennetz nicht allzu ausgebaut und es kann schon mal passieren, dass man hört „Diesel ist aus“ oder „Kreditkarte nehmen wir nicht“. Dann muss man schonmal 200 km weiter zur nächsten Tankstelle – und dann heißt es Luft anhalten und Sprit sparen. Wir sind mit der Strategie ganz gut ausgekommen, obwohl wir 2x nicht an der ursprünglich gedachten Tankstelle tanken konnten.

In Namibia wird häufig noch mit Tankwart getankt, der dann auch ganz gerne mal die Scheibe putzen will, wenn man ihn nicht aufhält. Auch wird häufig mehr als voll getankt und jeder Millimeter im Tank ausgenutzt – das gehört zum Flair einfach dazu.

Das Tanken an sich ist allerdings zuverlässig und steht technisch europäischen Tankstellen in nichts nach.

Ein guter Reiseführer

Richtig gute Reiseführer finde ich immer wichtig. Vor allem benötigt man einen, der sich genau an den Bedürfnissen der Reise orientiert. Wir hatten den „Namibia“ von Iwanowski dabei, der neben den Zielen sich auch an diversen Fahrtrouten orientiert. Das ist ganz nett, weil man sich an diesen Routen gut orientieren kann und so nichts verpasst.

Generell

Generell sollte man immer etwas vorausschauender fahren. Sieht man beispielsweise eine Ziegenherde, die auf beiden Seiten der Straße steht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass gleich auch Ziegen auf der Straße sind. Auch auf unerwartete Schlaglöcher sollte man immer ein Auge haben. Man muss extrem konzentriert fahren, weshalb das Fahren sehr anstrengend werden kann. Bei Strecken von teils mehr als 500 km/Tag ist es daher sinnvoll, einen Zweitfahrer zu registrieren. Ich habe mir die Kilometer mit meinem Mann geteilt, das war wesentlich entspannter.

Über die Grenze

Wir sind nur in Namibia und Botswana selbst gefahren, für Zimbabwe haben wir einen Transfer von Kasane nach Victoria Falls gebucht und das Auto stehen gelassen. An der Grenze soll sich das Gebührensystem täglich ändern und laut Auskunft unserer Reiseagentin soll der Transfer manchmal sogar günstiger sein, als das eigene Auto zu nehmen.

Bei der Ausreise benötigt man eine Einverständniserklärung des Autoverleihers. Das war ein bisschen blöd, weil unserer vergessen hatte, uns die auszuhändigen. Glücklicherweise bemerkten wir das 2 Tage vor dem Caprivi-Streifen und nach einigem hin und her hatten wir das ersehnte Papier dann per Fax in eine Lodge zugesendet bekommen. Das ist wichtig, weil dieses Papier wichtige Daten enthält, etwa die Chassis-Nummer und die Motornummer. Als Fahrer (ich hatte selbst die Ehre) wird man bei der Ausreise (am Ngoma Post) in ein kleines Kabuff gebeten, in dem man dann mit Pass, Führerschein und eben diesem Papier erscheinen muss. Dort muss man dann seine Daten in eine Registratur ausfüllen, dann wird noch kontrolliert, ob bei allen Mitfahrern der Pass ordentlich gestempelt wurde und man kann weiterfahren zum Botswanischen Grenzposten.

Für die Überquerung der Grenze zwischen Namibia und Botswana (Ngoma Border Post) benötigten wir (mit deutschem Pass) zwar kein Visum, aber eine Gebühr von 150 Pula (oder 200 N$) wurde fällig. Die setzt sich aus einer Drittparteienversicherung (50 Pula), einer Road Safety Gebühr (50 Pula) und einer Straßenbenutzungsgebühr (50 Pula) zusammen und ist direkt am Border Post erhältlich (am Schalter neben dem, wo man den Stempel in den Pass bekommt). Das Ganze wird dann auch draußen fein säuberlich kontrolliert. Zudem muss man tierische und pflanzliche Produkte abgeben, die nicht verschweißt sind – damit waren wir unsere Bananen los. Auch muss man durch eine Desinfektionswanne fahren und sich die Schuhe desinfizieren (das kommt in Botswana dann noch mehrmals beim Überfahren der Bezirksgrenzen).

Die Rückreise (wir passierten die Grenze bei Charles Hill) war dann weniger kompliziert. Man registriert sich wieder an beiden Grenzposten als Fahrer mit den jeweiligen Daten des Autos, weitere Gebühren werden (bei Namibischem Nummernschild) nicht fällig.

Zu schnell fahren ist teuer

In Namibia wird oft und gerne geblitzt. Außerorts sind 120 km/h erlaubt, schneller sollte man auch nicht fahren. Alleine auf dem Trans Kalahari Highway zwischen der Grenze von Botswana und Windhoek habe ich 3 Radarfallen gesehen…

Die Bußgelder sind dabei nicht gerade ohne:

wird man geblitzt mit

126 km/h – 130 km/h    –  1000 N$ (= 62€)

131 km/h – 135 km/h      – 1500 N$

136 km/h – 140 km/h     – 1750 N$

140 km/h – 145 km/h     – 2000 N$

146 km/h – 150 km/h      – 2500 N$

151 km/h – 155 km/h        – 3000 N$

156 km/h – 160 km/h       – 3500 N$

ab 160 km/h                        – 4000 N$

Innerorts verhält sich das Ganze ähnlich, es wird aber weniger geblitzt.

Interessant zu wissen ist auch:

  • Fahren mit Handy am Ohr kostet schlappe 2000 N$
  • Fahren ohne Gurt kostet 1000 N$ (wobei sich daran kaum einer hält)
  • Fahren unter Alkohol (0,37 mg/l) kann zu einer Verhaftung führen

 

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