Das Tor zum Chobe-Nationalpark

Hallo Leute!

Unsere Reise führte uns nach dem Etosha ganz weit in den Norden Namibias, über den Caprivi-Streifen schließlich bis hinüber nach Kasane. Am Ngoma Gate passierten wir die Grenze und über die Transitstraße ging es durch den Chobe-Nationalpark hinüber nach Kasane.

Kasane gilt als optimaler Ausgangspunkt zum einen für Touren in den Chobe, der als tierreichster Nationalpark Afrikas gilt. Und zum anderen werden von hier Trips in das nur 80 km entfernte Victoria Falls in Zimbabwe angeboten. Daher verbrachten wir auch insgesamt 3 Nächte in Kasane.

Am ersten Tag hieß es zu allererst, Geld besorgen. Das ist in Botswana gar nicht so einfach, da sich eigentlich immer (auch in Maun konnten wir das beobachten) lange Schlangen vor den Geldautomaten bilden, viele sind auch ganz einfach leer. Meist klappt es dann beim dritten oder vierten Anlaufpunkt – die muss man dann aber auch erstmal finden. Automaten gibt es in Kasane an der Water Front und beim Spar Markt.

Als wir von der großen Krokodilfarm in Kazungula hörten, wollten wir uns das natürlich anschauen. Hier werden Krokodile hauptsächlich zur Lederproduktion gezüchtet, aber es wird auch in Führungen über die Tiere aufgeklärt, etwa dass sie vor 25 Jahren etwa vom Aussterben bedroht waren aufgrund des massiven Einsatzes von DTT, das die Weibchen auf lange Zeit unfruchtbar machte. Besonders eindrucksvoll ist hier das große Außenbecken, in dem die alten Tiere leben, die zur Zucht eingesetzt werden, darunter Moreno, der auch gerne mal seine Artgenossen umbringt, den wir dann über eine leicht marode Holzbrücke besuchen durften.

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Am Nachmittag ging es dann in den Chobe – genau genommen sogar auf den Chobe. In Begleitung eines Rangers ging es auf ein kleines Boot, mit dem man zur Abendstunde um die Sedudu Insel schippert. Dabei kann man zahllose Hippos, Elefanten, Krokodile, vor allem aber Vögel beobachten, die hier trinken und fressen. Beeindruckend ist vor allem, wenn die Elefanten den nicht allzu tiefen Wasserkanal überqueren. Auch zahlreiche Büffel kommen an den Fluss. Die Fahrt über den Chobe gehört sicher zu meinen Reisehighlights, auch wenn sicher 50 Schiffe gleichzeitig unterwegs waren – die Tiere schien das nicht beim Abendessen zu stören.

Am nächsten Tag hatten wir dann einen Transfer nach Zimbabwe – 2 Tage später kehrten wir noch einmal nach Kasane zurück. Am Nachmittag kehrten wir aus Zimbabwe zurück und wollten uns das CARACAL World of Wildlife nicht entgehen lassen. Das ist ein kleines Tierresort, in dem kranke und verletzte Tiere gepflegt und wenn möglich wieder ausgewildert werden – wenn nicht, dann können die Tiere bleiben, wie etwa ein einflügliger Marabu, der auf dem Gelände seine Runden dreht. Besonders interessant ist hier, dass man Führungen mit Tierinteraktion wählen kann. Da kann man dann Buschbabies füttern oder (ungiftige) Schlangen in die Hand nehmen. Man hält allerdings auch giftige Schlangen, etwa mehrere Mambas.

Am nächsten Morgen absolvierten wir einen Game Drive. Da der Chobe nur von erfahrenen Offroadfahrern zu befahren ist, wollten wir uns das Drama ersparen und haben uns gleich einen erfahrenen Fahrer gebucht, der uns kurz vor 6 Uhr am Morgen im Hotel abholte. 4 Stunden ging es im offenen Safari-Jeep durch die tiefen Sandpisten am Flussufer – und endlich war uns auch das Katzenglück hold, der Fahrer machte für uns gleich eine ganze Löwenfamilie aus. Daneben gab es wieder zahllose Hippos, Elefanten, Büffel, Giraffen, Antilopen – einfach alles, was das Safariherz begehrt. Am Morgen sieht man zudem unzählige seltene Vögel wie den Fischadler. Für einen Game Drive (vor allem am Morgen) sollte man sich allerdings wirklich warm anziehen. Man sitzt im offenen Jeep und da kann es schonmal etwas zugig werden. Hierbei dringt man dann etwas tiefer in den Busch vor als bei der Schifffahrt. Anfangs hatte ich meine Bedenken, als ich die mehr als 20 Safariautos im Stau sah, die sich dann zu Beginn auch in einer Schlange durch den Sand wühlten – später hatte aber dann doch jeder Fahrer seine eigene Route – wobei spannende Entdeckungen natürlich gleich weitergegeben wurden – so sieht man am Ende auf jeden Fall mehr, als wenn man sich auf eigene Faust auf den Weg macht.

Kasane bietet enorm viele Möglichkeiten für Ausflüge in die grandiose Natur im Norden von Botswana – für mich ein absolutes Schmankerl. Wem es im Etosha schon gefallen hat, der wird es hier lieben. Nur vorm Selbstfahren im Park selbst würde ich vom Selberfahren eher abraten – tiefe Sandpisten laden quasi zum Steckenbleiben ein. Und das Abenteuer hatten wir ja schonmal.

In diesem Sinne

Eure Anke

Info
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Die ersten beiden Nächte in Kasane verbrachten wir im Bridgetown Resort an der Hauptstraße nach Kazungula. Hier war es ein wenig chaotisch, unsere vorgebuchten Aktivitäten waren plötzlich nicht möglich und um Handtücher musste man quasi betteln. Das Restaurant war kaum als solches zu bezeichnen und am Abend komplett leer. Irgendwie hat es dann mit unserer abendlichen Schifffahrt doch noch geklappt. Das hat aber einiges an Nerven gekostet.

Nach unserer Rückkehr aus Zimbabwe wurde von unserer Reiseorganisation ein anderes Hotel gebucht, das Old House, was mehr im Zentrum der Stadt liegt und wesentlich organisierter war.

Einen Game Drive haben wir uns bei den vielen Safarianbietern selbst organisiert. Wir wurden morgens um kurz vor 6 beim Hotel abgeholt. Eigentlich organisieren alle Hotels so etwas, wenn man aber selbst schaut, spart man an Provision – ebenso verhält es sich mit den Schifffahrten, die bevorzugt für 15 Uhr angeboten werden und sich dann über den Sonnenuntergang hinaus erstrecken. Zu dem Zeitpunkt sind die meisten Tiere am Fluss.

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