Swakopmund – „Ich will wieder an die Nordsee“

Hallo Leute!

Manchmal kommt man auf einer Reise an sehr außergewöhnliche Orte… Auf dem Weg nach Swakopmund an der namibischen Atlantikküste passierten wir die trockene und heiße Namib-Wüste auf einer breiten Schotterpiste und fühlten uns plötzlich wie an der Nordsee. Feuchtkalte 18°C rechtfertigten dann auch tatsächlich den Fleecepulli und die dicke Jacke, die ich mit ins Gepäck für meine Afrikareise nahm. Dazu kam noch die Architektur: Ferienaussiedlungen zwischen Walvis Bay und Swakupmund erinnerten mich stark an die Hollandurlaube meiner Kindheit.

Wir reisten von Solitaire aus über 3 Stunden über den Rüttelpad (Schotterpisten) und Walvisbay an und mit jedem Kilometer wurde es ein bisschen kühler.

Also erstmal zum Aufwärmen in unsere kleine B&B Pension nahe der Innenstadt. Vom Pebbles Stone war der Weg dann auch nicht mehr weit in die Stadt – und schnell wird klar, warum Swakupmund als die wohl deutscheste Stadt Namibias bezeichnet wird. Nein, ich meine nicht das Klima, sondern die Namen – als erstes lachte mich ein Plakat des „Deutscher Schulverein“ an, Hotels heißen „Wilder Kaiser“ oder „Schweizer Hof“.

 

Also erstmal zum Aufwärmen in unsere kleine B&B Pension nahe der Innenstadt. Vom Pebbles Stone war der Weg dann auch nicht mehr weit in die Stadt – und schnell wird klar, warum Swakupmund als die wohl deutscheste Stadt Namibias bezeichnet wird. Nein, ich meine nicht das Klima, sondern die Namen – als erstes lachte mich ein Plakat des „Deutscher Schulverein“ an, Hotels heißen „Wilder Kaiser“ oder „Schweizer Hof“.

Auf den Tipp einer deutschen Familie, die wir bereits am ersten Tag in Windhoek kennenlernten, führte der erste Weg ins Café Anton, das unweit des Leuchtturms im „Schweizer Hof“ ist. Und wirklich, man fühlte sich gleich in ein Café in der Heimat versetzt, Spitzengardinen, Häkeldeckchen, ausgiebige Kuchentheke, das Lieblingscafé meiner Oma sieht genauso aus. Nur die Hautfarbe des Kellners erinnert einen daran, dass man wirklich gerade durch die Wüste gekommen ist und dass man noch in Afrika ist, sonst hätte ich meinem GPS wirklich misstraut. Die Schwarzwälder ist hier allerdings wirklich so grandios gut, dass man sie probiert haben muss. Auf der Karte stehen „Kännchen Kaffee“.

Als nächstes ging es dann zur kleinen Bucht – und auch hier gab es nur ein kleines Indiz, dass man sich wirklich nicht an der Nordsee befindet – ein größeres Rudel Delfine (große Tümmler), das seine Nachmittägliche Show zum Besten gab.

Das Museum im Hafen beschäftigt sich mit Swakopmund, der Geschichte und der Natur. Das Museum ist sehr sehenswert, es zeigt einiges zu den deutschen Wurzeln (unter anderem die Braukultur und die Gesangvereine), aber auch zahlreiche Namibische Tiere und archäologische Funde. Von dem Südwester (so nennen sich die Namibier mit deutschen Wurzeln), der das Museum leitet, haben wir dann noch erfahren, dass „der Neger die Jugend in Deutschland mit seinen Drogen verkauft“ – die Nachfrage, wie das denn mit der deutschen Jugend in Namibia so ist, habe ich mir dann erspart… und bin gleich erstmal auf den Handwerksmarkt nahe des Leuchtturms gegangen.Hier werden die tollen, afrikanischen Schnitzarbeiten angeboten – und die „Neger“ (wie der Südwester sie nennen würde) verkauft hier doch allerhand hübsche Sachen. Wir haben ein Salatbesteck gekauft. Man sollte sich nicht scheuen, zu handeln – wir bekamen das Besteck für 40% vom Anfangspreis.

Am Abend kann man dann wieder wählen – zwischen zahlreichen Deutsch geführten Lokalen. Man hat das Swakopmunder Brauhaus, das Kückis oder das Erichs zur Auswahl. Allerdings ist eine Reservierung dringend (oft schon Wochen vorher) angeraten. Am ersten Abend war kein Tisch in den Lokalen zu bekommen, weshalb wir in einer Pizzeria landeten – auch gut… Aber für den nächsten Tag konnten wir dann bei Kückis tatsächlich einen Platz ergattern.

Tag 2 führte uns auf einen kleinen, aber interessanten Ausflug in die Walvis Bay. Dort liegen zahlreiche Katamarane, die die Touristen hinausbringen. Schon kurz nach dem Ablegen springen dicke Seals, die sogenannten Seebären, von hinten auf das Schiff. Ein bisschen sind sie natürlich dressiert, aber sie wollen selbstverständlich ihren Fisch. Etwas später landen dann Pelikane und man fährt am Pelikan Point an einer großen (erbärmlich stinkenden) Seilkolonie vorbei ins offene Meer. Dort schwimmen dann Delfine mit den Booten und wenn man Glück hat (die Saison beginnt im August) sieht man hier auch Wale auf dem Weg zu ihren ruhigen Buchten, in denen sie gebären. Wir hatten das Glück leider nicht, dafür durften wir dann aber von den berühmten Namibischen Austern probieren, die zwar als Babys aus Frankreich importiert werden (eine Befruchtung ist im kalten Wasser nicht möglich), dafür wachsen sie hier vor Walvis Bay aber wesentlich schneller – ich habe verzichtet, Muschelallergie (also ich mag sie einfach nicht).

Am Nachmittag ging es dann zur riesigen Landungsbrücke, die noch von den Deutschen errichtet wurde. Mehr als 200 m ragt sie ins Meer hinein, kaum zu glauben, dass es ursprünglich mal mehr als 600 m werden sollten. Von hier aus kann man die Kormorane beobachten und die Fischer beim Angeln. Hier – auf der „Jetty“ ist auch eines der bekanntesten Fischrestaurants der Stadt.

Am Abend gab es bei Kücki dann auch endlich gutes Essen. Natürlich muss man sich hier den Spaß machen, ein klassisch Deutsches Gericht zu bestellen – ich hatte ein Jägerschnitzel mit Spätzle mit einem Hansa Draft – beides erstaunlich gut muss man sagen. Das Deutsche Kneipenkonzept geht absolut auf, auch hier ein Feeling wie früher in der Dorfkneipe – alles nur eben ein bisschen größer.

Swakopmund hat schon irgendwie was. Schon die Anfahrt über die breite Schottenpiste von Solitär aus hat was. Endlich lohnt sich der dicke Geländewagen. Und dann wird die Temperatur mit jedem Kilometer kühler. Da fliegt man nach Afrika, mummelt sich dick ein wie im deutschen Herbst, fühlt sich wie an der Nordsee und isst Schwarzwälder Kirschtorte mit einem Kännchen Kaffee (ja, das steht genau so auf der Karte) und am Abend dann auch noch ein Jägerschnitzel. Zu unserem Glück hätte wohl noch eine Übernachtung im „Hotel zum Kaiser“ gefehlt, das war aber schon ausgebucht. Anfangs etwas irritierend ist dann auch die kaiserlichen Spuren, die einem noch immer überall begegnen können.

Wenn man in Afrika Heimweh hat, muss man nur nach Swakopmund kommen… Man muss sich allerdings ein bisschen darauf einlassen können – und die dicke Jacke darf man auch nicht vergessen.

In diesem Sinne

Eure Anke

 

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