Urlauben wie der Kaiser

Hallo Leute!

Wo schon Kaiser Franz Josef mehr als 60 Jahre Urlaub machte vom streßigen Job, wo er seine Sisi kennen und lieben lernte, da muss es hübsch sein – daher plante ich auf meinem Trip ins Salzkammergut dort einen ganzen Tag ein…

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Allgegenwärtig in Ischl – Sisi und ihr Franzl

Bad Ischl bildet das Zentrum des Salzkammerguts, direkt an einem Bogen des Traun. Mit einem Auto dorthin gelangen kann speziell an Feiertagen etwas länger dauern. Man fährt über Gmunden und entlang des Traunsees. Dass man Bad Ischl mit dem Zug gut erreichen kann, dafür hat Kaiser Franz Josef persönlich gesorgt, indem er von Salzburg aus die Salzkammergutbahn errichten lies.

Und bis die Eltern von Franz Josef Bad Ischl zu ihrer Urlaubsresidenz machten, war Bad Ischl ein eher verschlafenes Nest, das sich hauptsächlich dem Salzabbau widmete. Ab 1807 hatte der Salinenphysikus Josef Götz beeindruckende Erfolge in der Etablierung einer Kur im Solebad, die ihren Ruf bis nach Wien fand, wo der Hofarzt Franz Wirer davon hörte, selbst nach Ischl reiste und am kaiserlichen Hof davon berichtete.

1827 kamen dann erstmalig das Erzherzogspaar Sophie und Franz Karl nach Ischl. Sophie litt unter ihrer Kinderlosigkeit, die aber nach mehreren Kuren in Ischl beendet war – im August 1830 kam ihr erster Sohn Franz Josef, 1832 dann sein Bruder Maximilian zur Welt, die dank der Kuren ihrer Mutter beim Volk den Beinamen „Salzprinzen“ bekamen.

Und dann kam die Blütezeit der Stadt. Franz Josef I. verbrachte zwischen 1849 und 1914 jeden Sommer in Bad Ischl und brachte natürlich seinen gesamten Hofstaat mit. Hier konnte der Monarch befreit seinem großen Hobby nachgehen – der Jagd. 1853 lernte er hier auch seine legendäre Ehefrau kennen – die damals erst 15jährige Elisabeth in Bayern. Die beiden feierten in Ischl ihre Verlobung.

Mit Franz Josef begann eine gigantische Bauperiode. So wurde eine Bahnstrecke nach Ischl gebaut, damit der Kaiser schneller in seinen Urlaubsort kam (vor der Bahn dauerte die Reise von Wien aus schlappe 4 Tage), ein großer Festsaal wurde gebaut, später auch ein Telegrafenamt. Auch einige Hoflieferanten siedelten sich in Ischl an und sind bis heute dort, darunter die legendäre Konditorei Zauner.

Auch zahlreiche Prominente siedelten sich zeitweise oder ganz in Ischl an, darunter die Komponisten Franz Lehar und Anton Bruckner, deren Spuren man noch heute dort findet. Auch die Kaisergeliebte Katharina Schratt hatte hier ein Häuschen.

Mit Bad Ischl ist auch eines der schwärzesten Kapitel der österreichischen Geschichte eng verbunden. Im Sommer 1914 – gleichzeitig der letzte Sommer, in dem der greise Franz Josef nach Bad Ischl kam, fanden hier die Beratungen statt, wie man mit dem Attentat in Sarajevo verfahren sollte – das mündete schließlich auch darin, dass Franz Josef an seinem Schreibtisch in der Kaiservilla die Kriegserklärung gegen Serbien unterschrieb, was schließlich in den Ersten Weltkrieg führte.

Heute ist Ischl mit rund 13000 Einwohnern eine beschauliche Stadt, die größtenteils vom Tourismus lebt.

Ich verbrachte einen Tag in Bad Ischl – zu wenig…

Vormittag

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Auf der Katrin-Alm – Blick auf Bad Goisern, 3 Nadelbäume und meinen Wanderschuh

Am Vormittag nutzte ich das grandiose Wetter und machte mich auf den Weg zur Katrin. Das ist in dem Fall keine Frau, sondern der Ischler Hausberg. Aufgrund der Zeit, die doch etwas knapp bemessen war, entschied ich mich für die Gondelbahn. Die fährt zwischen 9 und 17 Uhr und bringt einen auf 1415 m zur Katrin Almhütte. Schon hier ist das Panorama grandios – man kann hinunter sehen auf den Hallstätter See und bis rüber zum Dachsteinglätscher (natürlich nur, wenn die Sicht stimmt). Von dort geht es auf den Gipfel noch mal steil nach oben zum Katrinkreuz. Die Wanderung dauert etwa 30 Minuten, ich bin dann noch weiter zum benachbarten Elferkogel – Achtung übrigens, es gibt hier Kreuzottern. Am Elferkogel wurde, kurz bevor ich den Gipfel erreichte, ein kleiner Junge gebissen und musste mit dem Helikopter ins Tal gebracht werden. Ein dramatischer, aber auch extrem schneller Einsatz der Bergretter, als ich sah, dass dem Jungen schon von Profis geholfen wird, bin ich weitergegangen, was genau passierte, habe ich erst Tage später in der Zeitung gelesen.

Nachmittag 

Den Nachmittag ließ ich etwas beschaulicher angehen – ich fuhr in die Innenstadt und nach Empfehlung eines Freundes ging ich ins berühmteste Kaffeehaus im Salzkammergut, zum Zauner in der Fussgängerzone. Auch ohne Weihnachten genoss ich den Zaunerstollen und den kleinen Braunen. Frisch gestärkt stand jetzt noch die Kaiservilla auf dem Programm – das kleine Ferienhäuschen, das Franz Josef und seine Familie bewohnte, wenn sie in Ischl waren. Die Touren gehen nur in unregelmäßigen (und leider auch extrem vollgestopften) Führungen und sind auch nix für den schmalen Geldbeutel. Aber der Besuch lohnt sich. Man wird durch die Privaträume der kaiserlichen Familie geführt und kommt dabei an hunderten wenn nicht sogar tausenden Jagdtrophäen von Franz Josef vorbei, was fast schon ein bisschen gruselig ist. Besonders spannend ist das legendäre Arbeitszimmer, das tatsächlich noch in einem Zustand ist, als hätte Franz Josef es gerade verlassen – man sieht noch den Hinterabdruck in seinem Lieblingssessel und die Büste seiner geliebten Frau über dem Schreibtisch, an dem Geschichte geschrieben wurde. Zum Abschluss noch eine kleine runde durch den kaiserlichen Park von Bad Ischl, einem englischen Landschaftspark mit zahllosen kleinen, versteckten Pavillons und dem Teehaus, das Kaiserin Sisi gerne nutzte und dann war der Tag in Bad Ischl schon wieder vorbei.

Leider muss ich im Nachhinein sagen, dass ich nur einen Tag Zeit hat – denn Ischl hat das gewisse Kaiserliche Flair gepaart mit einer angenehmen Beschaulichkeit – ich kann ihn schon verstehen, den Kaiser, hier würde ich auch länger Urlaub machen. Gerne hätte ich noch die Kurbäder ausprobiert – aber man muss sich ja noch was für das nächste mal aufheben…

In diesem Sinne

Eure Anke

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